Und alles ist Moeity!

Eine Seitenstraße in Kathrine im Northern Territory, Australien. Ein kleiner Laden für Instrumente, Figuren und Gemälde der lokalen australischen Völker. Ausserdem finde ich dort internetfähige Computer und bestelle einen hervorragenden Eiscafe. Ich komme mit dem Besitzer ins Gespräch. Er erzählt mir von seinen Plänen Didjeridoos, Internet und Kaffe in ganz Australien zu verkaufen. Bald sprechen wir über die Künstler, deren Werke er verkauft. Schließlich frage ich ihn woher er kommt und zu welchen Leuten er gehört.

"Moiety ist alles!" antwortet er "Und alles ist Moeity! Moiety ist das Blut deiner Väter, deiner Brüder, deiner Söhne und dein Blut. Dein Vater gibt dir Moiety und Moiety gibt dir Identität und Familie. Wenn deine Väter sterben werden sie zu Guanna der Echse, zu Ginja dem Krokodil. Es gibt noch mehr Totems. Wir glauben, dass jeder Mensch sowohl Mensch, als auch Totem und Geist ist. Und so sind alle Guannas deine Brüder. Du erkennst sie als deine Brüder ohne sie je getroffen zu haben, denn sie sprechen wie Guannas, sehen aus wie Guannas, bewegen sich wie Guannas. Und alle sind verbunden durch ihre Moiety. Moiety sagt dir wer du bist und, zusammen mit deiner Skingroup, wen du heiraten darfst. Moiety verbindet uns alle miteinander über unsere biologische Familie hinaus. Moiety gibt dir viele Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter."

Erstaunt verarbeite ich, was er mir gerade erzählt hat und stelle dabei fest, dass er meine Frage nicht beantwortet hat. Da ich unsicher bin, ob es tacktvoll ist mich nach seinem Totem zu erkundigen, beschließe ich zumindest nachzufragen, ob er denn sein Totem kennt.

"Ich bin halfcast-aborigine, ein Halbblut. Meine Mutter war halb asiatisch. Ich wuchs in einer Stadt auf. Mein Vater wusste nichts über die alten Bräuche. Ich kenne mein Totem nicht. Ich kenne meinen Platz in der Moiety nicht. Es lebt niemand mehr, der mir mein Totem sagen könnte. Nur wenn ich viel Glück habe empfange ich vielleicht irgendwann einmal mein Totem von einem anderen Volk. Deswegen lerne ich wieder unsere Traditionen. Deswegen bin ich hier. Ich möchte wissen wer ich bin."

Wir reden noch lange weiter. Ich bekomme nicht genug von seinen Geschichten und der Eiskafe ist wirklich hervorragend.

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